Vielleicht ist es nur typisch linke Befürchtung. Vielleicht bin ich aber auch nur hellhörig genug. Aber was sich zur Zeit in der politischen Debatte abspielt scheint ein ganzes Stück weit ein neuer Revisionismus rechter und konservativer Kreise zu sein.
Linke Befürchtung oder notwendige Hellhörigkeit?
Vielleicht ist es die Ratlosigkeit angesichts einer Union, die sich in den Augen der rechten Kreise an sozialdemokratische Positionen anbiedert. Vielleicht wittern eben diese Kreise auch nur ihre Chance angesichts eines unapetittlichen Kesseltreibens gegen den Bannerträger linker Diskussionen, Günter Grass.
Für mich ist es auf jeden Fall alarmierend, wenn man manche Diskussion oder Äußerung vom rechten Flügel des politischen Spektrums vernimmt.
Da entblödet sich die Präsidentin der Vertriebenen, Erika Steinbach (immerhin Mitglied der CDU/CSU-Fraktion) nicht, die Vertreibung der Deutschen den Polen als langgehegten Wunsch zu unterstellen. Und Hitlers Politik war sozusagen nur noch der Auslöser… Besonders erhellend sind hierbei im Übrigen die Kommentare von FAZ-Lesern.
Zweites Beispiel sind die Äußerungen des Historikers Arnulf Baring vor der CDU Hessen, über welche in der Frankfurter Rundschau berichtet werden. Dort stellte er die Verbrechen der Deutschen im Dritten Reich als nur relativ dar, da die Deutschen ja alles nach 1938 überhaupt nicht gewollt hätten.
Stimmt, daher stammt der breite Widerstand der Bevölkerung gegen die Politik der Regierung Hitler und die ständige Sabotage durch die politischen Eliten. Ach so, sie haben davon noch gar nichts gehört? Ich auch nichts. Aber das macht ja nichts, Geschichte lässt sich leicht umschreiben…
Augen auf!
Ihr Sebastian Weigle

