Podiumsdiskussion im „Adler“: Noch vor Steinmeier überzeugte Sebastian Weigle.

Weigle in DiskussionMeidelstetten. Der Einladung des Vereins für angewandte Lebensfreude e.V. folgten alle großen Parteien –  mit Ausnahme der CDU. Ein Umstand, der am Sonntagabend unter den Zuhörern in der Meidelstetter Kulturkneipe Adler eingangs offene Häme und Kritik auslöste.

Unbeeindruckt von Becks Abwesenheit entwickelte sich, unter der Moderation der Journalistin Pia Fruth, schnell eine lebendige Diskussion, die ganz im Zeichen der momentanen Wirtschaftskrise stand. Während Pascal Kober, Kandidat der FDP, Steuersenkungen versprach um die Konjunktur anzukurbeln, konnte er der Nachfrage, wie dies zu finanzieren sei, nichts entgegnen. Der Reutlinger SPD-Bundestagskandidat Sebastian Weigle plädierte dagegen für ehrliche Politik mit Augenmaß. Wenn man die Menschen mit solchen Versprechen locken wolle, dann müsse man auch erklären, wie dies zu finanzieren sei, so Weigle. Um den Weg aus der Krise zu finden, sprach er sich für die Stärkung von innovativen Industriezweigen, wie der Solarenergie aus und erntete damit Zuspruch bei den Zuhörern und von seiner Mitkonkurrentin Beate Müller-Gemmeke von den Grünen.

Weigle verteidigte zudem die Abwrackprämie, als ein notwendiges Einschreiten des Staates, das den Zusammenbruch eines ganzen Industriezweiges verhindert habe: „Wir würden über eine ganz andere Situation reden, wäre der Staat nicht eingesprungen“, so Weigle auch an die Adresse von Peter Straub von den Linken, der wiederholt die ungleiche Verteilung von Vermögen in der Gesellschaft anprangerte, ohne jedoch Lösungsansätze zu formulieren.  Auch beim Thema Atomausstieg bezog Weigle klar Stellung: Er will am vereinbarten Atomausstieg festhalten und quittierte den Vorschlag der FDP, dies auf freiwilliger Basis mit den Atomkonzernen zu vereinbaren, mit einem süffisanten  Kopfschütteln. Die bildungspolitischen Konzepte der SPD, sowie Weigles differenzierte Sichtweise des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan – er sei zwar nötig und gerechtfertigt, dürfe aber nicht unbegrenzt gehen – beeindruckte die Zuhörer vor Ort und resultierten in langem Applaus.

Nach dem Ende einer lebhaften Diskussion im Adler, zeigten die Veranstalter die TV-Diskussion zwischen SPD-Kanzlerkandidat Frank-Walter Steinmeier und Kanzlerin Merkel. Wie im Adler gab es auch dort einen klaren Sieger – die SPD.