Praktikumsbesuch: Eine Schicht im Edeka Krauter

Nachdem schon der Freitag abend im Büro – also an meinem „klassischen“ Arbeitsplatz – spät wurde und die Tür erst um 21 Uhr hinter mir zuging, wurde es am Samstagmorgen schon wieder sehr früh laut. Um vier Uhr des Morgens ging der Wecker und um fünf Uhr wurde ich herzlich bei Edeka Krauter in Pliezhausen begrüßt.
Nach einer Einweisung in die Strukturen des beeindruckend breit aufgestellten Unternehmens half ich beim Aufbau der Frischeabteilung.
Zweite Station war dann die Kasse im Markt. Auch wenn es beim ersten Blick einfach erscheint: Waren über den Scanner ziehen, abkassieren, fertig. Beim zweiten Blick ist es doch ganz anders. Codes merken – vor allem für Frischobst, Bonuscards abfragen, Korrekturen vornehmen und so weiter. Und ganz schnell wird die Schlange an der Kasse immer länger und die Schweißperlen werden häufiger!
Im Anschluss ging es einen Stock tiefer in die Getränkeabteilung, bei der mit viel körperlichem Einsatz die Regale aufgefüllt wurden, neu sortiert und nebenher beraten wurde.
Und innerhalb kürzester Zeit neigte sich die Schicht dem Ende zu, sodass nach gelungenem Kassenabschluss um 14 Uhr der Feierabend näher kam.
Ein intensives Erlebnis und wachsender Respekt für die Belegschaft waren das Ergebnis meines Arbeitseinsatzes. Und beeindruckend, wie es die Mannschaft von Herr Krauter schafft, auf engem Raum ein riesiges und vielfältiges Angebot zu bieten. Und für mich war es schön, dass ich mit den Worten: „Sehen wir uns dann am Montag zum Arbeiten?“ verabschiedet wurde.

Vielen Dank dem gesamten Team von Edeka Krauter

Sebastian Weigle

Praktikumsreihe: Zu Besuch auf dem Rauscher-Hof

Es war ein langer Arbeitstag: Um sechs Uhr Arbeitsbeginn, um kurz vor sieben am Abend dann wieder auf den Rückweg: Das zweite Praktikum stand an. Dieses Mal war ich auf dem Heidäckerhof der Familie Rauscher in Hohenstein-Ödenwaldstetten zu Besuch. Einen Arbeitstag komplett mitlaufen, nach dem Motto: „So hilfreich wie möglich zu sein, ohne im Weg zu stehen“.

So sieht Zufriedenheit aus

Zufrieden: Meine Schützlinge

Und ganz offensichtlich hatte ich einen Tag erwischt, an dem ich auch tatsächlich eine Hilfe sein konnte, war doch ein Teil der Mannschaft auf dem Hof ausgeflogen. So begann ich erst einmal mit dem Füttern des Viehs im luftigen und großzügigen Stall des Bio-Hofs.

Ausgefüllter Arbeitstag – und Arbeit auf dem Hof kennt kein Alter

Als nächstes nahm mich Herr Rauscher Senior, der mit seinen 82 Jahren trotzdem täglich schon um fünf Uhr im Stall steht, mit in den Melkstand. Nach kurzen und prägnanten Anweisungen konnte ich mich an die Vorbereitung der Kühe machen und nach einigem Beobachten war ich schon ganz Melkhelfer. Wobei das Melken der Büffelkühe eine besondere Herausforderung war und ich mir schon Sorge um den Zustand meiner Arme machte. Denn allzuleicht sind die Guten ja nun nicht.

Nach einem herzhaften Frühstück ging es dann hinaus, eine neue Weide einzuzäunen und das Vieh umzutreiben und den Kälberstall neu einzustreuen. Nach dem Mittagessen konnte ich mit einer Gruppe eine Führung über den Hof genießen und einiges Wissenswertes erfahren. Anschließend ging es gemeinsam auf die Weiden nach Wasserstetten. Hier musste ein Zaun repariert werden, ehe die Jungviehherde dort hineingetrieben wurde und mit frischem Wasser aus der Lauter gezapft versorgt wurde. Dabei leistete der schon fast historisch alte MB-Track (der Senior aus dem Mercedes-Fuhrpark des Hofes) treue Dienste.

Gegen Abend stand noch einmal eine Menge auf dem Programm: Das Vieh wurde noch einmal gefüttert und die Kühe (nicht die Büffel) gemolken, dieses Mal unter den strengen Augen der Aufsicht, stand doch eine Milchprobe an. Dann wurde der Arbeitstag mit einem guten Abendessen (der Rauscher-Käse ist fantastisch) abgeschlossen.

Interessante Gespräche

Neben der Arbeit gab es auch Möglichkeiten, mit Jung und Alt auf dem Hof zu sprechen. Die Jungen zeigten sehr deutlich die Probleme in der süddeutschen Landwirtschaft auf: „Wenn ein Bauer hier zehn Hektar hat ist er ein Großer. Das reicht nicht hin“, so der Kommentar des Azubis auf dem Hof. Und auch die Nebenwirkungen der Biogas-Anlagen wurden angesprochen. So wirken sie auch als ein Treiber für Pachtpreise. Ich habe ihnen versprochen, mich dafür einzusetzen, dass Biogasanlagen nicht unabhängig von vorhandener Kapazität an verwertbaren Rohstoffen geplant werden dürfen. Es ist unlogisch, diese mit Futter in Betrieb zu halten. Zudem sollte geprüft werden, ob für den Anbau nicht stillgelegte Flächen genutzt werden können.

Höchst erstaunlich der Bericht der jungen Angestellten auf dem Hof, dass in Kanada für Höfe, die einen neuen Arbeitsplatz schaffen, ein Traktor als Prämie vom Staat zugegeben wird. Einig waren wir uns darin, dass das EU-Subventionssystem so gestaltet werden muss, dass nicht mehr die ganz großen den Reibach machen, sondern dass dort, wo es notwendig ist, die Zahlungen ankommen. Dass es ohne Beihilfen nicht geht, das ist klar.

Das größte Lob kam dann von Herr Rauscher Senior, der nicht nur anmerkte, dass ich nicht nur der wahrscheinlich einzige Politiker sei, der einen ganzen Tag für seine Betriebsbesuche und -mitarbeit einplant, sondern der dann auch verschmitzt fragte, ob ich denn nicht bereit sei, als Betriebshelfer mitzuarbeiten. Kann es Schöneres geben?

Sebastian Weigle

P.S.: Bilder folgen noch!