Transparenztweet

Damit es nicht verloren geht oder irgendjemand einen Skandal wittert: Der Gemeinderat hat in seiner gestrigen Sitzung am 27. September 2012 einstimmig eine Anpassung der Entschädigung der ehrenamtlich tätigen Bürger vorgenommen. Das heißt auf gut Deutsch: Wir Gemeinderäte haben uns einen deutlichen Aufschlag genehmigt.
Als Gemeinderäte erhalten wir nun eine Grundentschädigung von 300 EUR (bisher 153) und eine Entschädigung von 50 EUR (bis dato 41) für Sitzungen bis zu vier und 70 EUR (bisher 61) für längere Sitzungen. Darüberhinaus haben die Fraktionen in Zukunft ein Budget für Personalkosten, welches nach Größe der Fraktion gestaffelt ist. Alle Detailinformationen gibt es auch im Internet unter Satzungsänderung ab 01.01.2013
Für alle, die sich fragen, ob das angemessen ist, sei gesagt, dass die letzte Anpassung 1999 erfolgte. Also irgendwie noch vor der Euro-Einführung.
Meiner Meinung nach ist es eine richtige und gute Entscheidung, die den gestiegenen Aufwand und die erhöhte Komplexität der Beratungen abbildet.
Nebenbei: Diese Aufwandsentschädigungen gibt es nur für Sitzungen, nicht für die nebenher laufenden Termine, die zahlreich stattfinden.
Und ich verspreche: Demnächst mache ich mal eine Überarbeitung meines gläsernen Gemeinderates auf Basis der neuen Zahlen.

Viele Grüße

Sebastian Weigle

Sommerlochdebatte: Das Reutlinger Rathaus

Die Schlagzeilen in der Reutlinger Presselandschaft sind eindrücklich: „Muss das Rathaus abgerissen werden“, „Neubau auf dem Postgelande“ steht dort.
Man muss der CDU-Fraktion im Reutlinger Rathaus gratulieren: Ihre Pressearbeit zur Füllung des Sommerlochs funktioniert, wieder mal natürlich mit destruktivem Unterton.
Tatsache ist, dass das Reutlinger Rathaus Sanierungsbedarf an viele Ecken hat. Und dass die Formaldeyd-Belastung diese Aufwände kaum geringer machen wird.
Daraus zu schließen, dass man doch besser einen Verwaltungsneubau auf das Postgelände zu bauen, ist jedoch gewagt. Denn allen die das befeuern, muss man eines klarmachen: Billiger wird das definitv nicht als eine grundlegende Sanierung. Und verbunden ist das damit auch, dass dies das Zeichen für den Rückzug der Politik aus der Mitte des Geschehens wäre. Der Erhalt des Ratsgebäudes würde dies nur notdürftig verschleiern. Zudem – wie würde dies denn aussehen?
Deshalb gilt für die Debatte um das Rathaus: Erstens geht es um die Sanierung des Rathauses, Zweitens um die richtige Nutzung und Drittens um die Beantwortung der Frage, was in welchem Ablauf und in welcher Zeit gemacht werden sollte.
Dann wird die Debatte politisch, seriös und ernsthaft. Und wenn es um sehr viel Geld geht, ist es das wert und nicht nur ein Aufreisser für die Schlagzeilen…

Meint
Ihr Sebastian Weigle